Was ist ein Zeugenfragebogen?
Häufig wird ein Bußgeldverfahren dadurch eingeleitet, dass der Halter des Fahrzeugs einen sogenannten Zeugenfragebogen zugesandt bekommt.
Man nennt dies im Juristendeutsch auch eine Halter- oder Kennzeichenanzeige.

Was bedeutet ein Zeugenfragebogen?
Dies bedeutet, dass de Behörde bisher lediglich das Kfz-Kennzeichnen sowie der Halter des Fahrzeuges bekannt sind und ein Bild der Fahrzeugfront, auf der möglicherweise auch ein Fahrzeugführer identifizierbar ist, existiert.
Handelt es sich bei dem Fahrzeug um einen Lkw mit Fahrtenschreiber oder besteht eine ähnliche Vorrichtung, so wird die Behörde früher oder später den verantwortlichen Fahrzeugführer ermitteln können.
Anders im Gegensatz dazu, wenn es sich um ein (auch) privat genutztes Fahrzeug handelt, oder das Fahrzeug einem Kreis von mehreren Personen zur Verfügung steht, ohne dass festgehalten wird, wer wann das Fahrzeug nutzt.

Wie sollte ich als Fahrer reagieren?
Im Rahmen der Verteidigung werden deshalb von uns folgende Wege vorgeschlagen:

1. Die Behörde ist gehalten, den tatsächlichen Fahrzeugführer zu identifizieren – Sie müssen sich keinesfalls selbst belasten!

2. Innerhalb des ab dem Tattag beginnenden Zeitraums der Verfolgungsverjährung (3 Monate) raten wir dringend davon ab, wahrheitswidrig fremde Personen als Fahrzeugführer zu benennen!

3. Sollte es der Behörde gelingen, Sie als Fahrzeugführer zu identifizieren, ist unsererseits zu prüfen, ob und inwieweit die vorgenommene Messung einer juristischen Überprüfung standhält.

Wie soll der Halter des Fahrzeugs reagieren?
Der Halter des Fahrzeugs, der die Zeugenanhörung erhalten hat, sollte früher oder später die Anhörung beantworten, wenn er das Risiko einer Fahrtenbuchauflage verhindern möchte.
Eine solche Fahrtenbuchauflage kann vom zuständigen Straßenverkehrsamt dem Halter für sämtliche Fahrzeuge auferlegt werden, in der Regel für 1 Jahr.

Was soll ich tun, wenn der Halter von mir verlangt, dass ich mich bei der Behörde melde?
Sie müssen sich keinesfalls selbst belasten! (siehe oben)
Häufig ist es jedoch so, dass der Arbeitgeber den Mitarbeiter, der das Fahrzeug geführt hat, dazu auffordert, selbst das Anfrageschreiben der Behörde zu beantworten.
Damit gerät der betroffene Fahrer (=Arbeitnehmer) in den Konflikt, sich einerseits nicht selbst belasten zu müssen, andererseits aber Unfrieden im Betrieb zu stiften, wenn er sich weigert.
Am elegantesten lösen Sie den Konflikt so:

1. entweder teilen Sie selbst mit, dass Ihnen das Fahrzeug überlassen war (nicht: gefahren!)
2. Sie beauftragen uns, der Behörde den Zeugenfragebogen zu beantworten. 
    Das ist dann sinnvoll, wenn ohnehin davon auszugehen ist, dass die Behörde Sie als Fahrer ermitteln wird.
    Wir werden dann die richtige Formulierung finden, um Sie nicht unnötig zu belasten.

Gern stehen wir Ihnen mit unserer langjährigen Erfahrung aus tausenden Bußgeld- und Verkehrsstrafverfahren kompetent zur Verfügung!
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