Was droht bei Nötigung im Straßenverkehr, § 240 StGB?
Es handelt sich bei dem Vorwurf um eine Straftat - die Situation ist also durchaus ernst.

Die Strafandrohung beträgt Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe. Nicht in dieser Vorschrift, jedoch an anderer Stelle im Strafgesetzbuch steht, dass in diesen Fällen unter Umständen der Führerschein zu entziehen ist.
Bei diesem Delikt geht es darum, dass man eine andere Person (oder mehrere) mittels Gewalt oder durch eine Drohung zu etwas genötigt hat, was diese Person nicht wollte.

Ob ein verkehrswidriges Verhalten im Straßenverkehr, mit dem ein anderer Verkehrsteilnehmer zu einer von ihm nicht gewollten Fahrweise oder einem sonstigen Verhalten gezwungen wird, als Nötigung strafbar ist, hängt entscheidend davon, ob es sich als Gewalt oder als Drohung mit einem empfindlichen Übel im Sinne des § 240 StGB darstellt. Als Folge der Ausweitung, die der Begriff der Gewalt in der Rechtsprechung dadurch erfahren hat, dass das Merkmal der Kraftentfaltung fallen gelassen, die Zwangswirkung beim Genötigten als das maßgebliche Kriterium angesehen und schließlich auch psychische Zwänge einbezogen wurden (Stichwort: „Entmaterialisierung des Gewaltbegriffs”), hat der Nötigungstatbestand für die Praxis des Verkehrsstrafrechts zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die im Laufe der Jahre entstandene Kasuistik ist - gerade für den Laien - kaum noch zu übersehen.

Typische Fälle
1. „Ausbremsen” - Schneiden nach Überholvorgang
2. Bedrängendes, zu dichtes Auffahren
3. Verhindern des Überholens
4. Parkplatz freihalten

Was wir zur Verteidigung machen:

✔ Prüfung der Täterschaft
Die Täterschaft ist - je nach Delikt - an bestimmte rechtliche und tatsächliche Faktoren gebunden. Hier arbeiten die Ermittlungsbehörden oft unsauber, was uns Ansatzpunkte für die Verteidigung verschafft. Ist zum Beispiel die erforderliche Gewalteinwirkung nicht nachweisbar, so ist bereits der Tatbestand nicht erfüllt und man ist kein Nötigungstäter.

✔ Prüfung der Akten und Beweismittel
In den Akten ist das bisherige Ermittlungsergebnis niedergelegt. Auch wenn die Ermittlungsbehörden umfassend ermitteln sollen stellen wir häufig fest, dass lediglich das zusammengetragen wird, was den gesetzlichen Tatbestand ausfüllen soll: die Strafbarkeit.
Viele erfolgreiche Verteidigungsansätze finden wir in der Strafverteidigung nicht in der Akte, sondern in den Beweismittelordnern. Die Akteneinsicht und die Auswertung der Akte durch einen qualifizierten Verteidiger ist daher ein ganz grundlegendes Element für die erfolgreiche Verteidigung. Akteneinsicht in diese Verfahrensunterlagen sind dem Verteidiger des Beschuldigten zu gewähren.

✔ Strategie und Umsetzung der Verteidigung
Eine gute Verteidigung bietet Ihnen immer auch eine realistische Einschätzung der Chancen und schützt Sie vor einer falschen Verteidigungsstrategie:
Denn das Gericht hat immer ein Ermessen! Eine falsche Strategie (oder keine) kann deshalb dazu führen, dass man eine härtere Strafe erhält. Steht der Führerschein auf dem Spiel, nutzen wir - gemeinsam mit Ihnen - alle Chancen, um Ihren Führerschein zu erhalten oder um zu erreichen, dass Sie ihn schnellstmöglich wiederbekommen.

So verhalten Sie sich jetzt richtig
- Bewahren Sie Ruhe!
- Kein Kontakt zur Behörde
- Keine Formulare zurücksenden
- Verteidiger einschalten!

Gern stehe wir Ihnen mit unserer Expertise aus der Verteidigung beim Vorwurf der Nötigung gemäß § 240 StGB zur Verfügung.
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